{"id":51,"date":"2011-07-14T13:13:44","date_gmt":"2011-07-14T13:13:44","guid":{"rendered":"http:\/\/kurt-henschel.prignitz-museum.de\/?page_id=4"},"modified":"2011-07-14T13:13:44","modified_gmt":"2011-07-14T13:13:44","slug":"kurt-henschel-kuenstler-maler-und-grafiker","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kurt-henschel.prignitz-museum.de\/?page_id=51","title":{"rendered":"Kurt Henschel, K\u00fcnstler, Maler und Grafiker"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">Ein Havelberger Kind &#8211; verwachsen mit Stadt und Landschaft<\/p>\n<p>* 27.05.1921 in Havelberg\u00a0 gest.24.06.2008 in Havelberg<\/p>\n<p>Das \u0152vre von Kurt Henschel, entstanden fernab der gro\u00dfen Kunstzentren, aber geistig mit ihnen stets verbunden, ist von nationaler Bedeutung und ist in die klassische Moderne und Avantgarde einzuordnen. Henschel verf\u00fcgte den geschlossenen Erhalt seines Werkes in enger Verbindung zu seiner langj\u00e4hrigen Wirkungsst\u00e4tte, dem <a title=\"Prignitz-Museum Havelberg am Dom\" href=\"http:\/\/www.prignitz-museum.de\" target=\"_blank\">Prignitz-Museum Havelberg<\/a>.<\/p>\n<p>Der in Havelberg geborene K\u00fcnstler studierte von 1938 bis 1941 und von 1948 bis 1950 Malerei an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste in Berlin. Seit 1953 leitete er f\u00fcr 33 Jahre das Havelberger Prignitz-Museum am Dom und gr\u00fcndete die Kreuzgang-Galerie.<\/p>\n<p>1941 wurde er kurz vor Studienabschlu\u00df zum Milit\u00e4rdienst einberufen. Henschel und drei weitere Freunde hatten sich das Versprechen gegeben, keine Waffe in die Hand zu nehmen. Der Soldat Henschel schaffte dieses unglaubliche Vorhaben mit der Simulation einer Nervenkrankheit. Das Unheil des Krieges, dem er mit dieser bewundernswerten Kraftanstrengung aus starker pazifistischer \u00dcberzeugung entgangen war, lie\u00df Bilder und Zeichnungen voller Traurigkeit entstehen.<\/p>\n<p>Seine k\u00fcnstlerischen Anliegen gestaltete der Sch\u00fcler von Carl Hofer und Heinrich Ehmsen zun\u00e4chst mit Ausdrucksmitteln, die f\u00fcr die fr\u00fche Nachkriegszeit in der deutschen Kunst symptomatisch waren: d\u00fcster gl\u00fchende Farben, magische oder unwirkliche R\u00e4ume, abstrahierte, meist organische Formen und Strukturen, mit denen Grenzbereiche menschlicher Erfahrungen zwischen tiefster Verzweiflung, aufkeimender Hoffnung sowie das Bewahren humanistischer Werte ausgedr\u00fcckt wurden. Gleichzeitig entstanden in diesen Jahren zahlreiche Portraits, darunter mehrere Selbstbildnisse.<\/p>\n<figure id=\"attachment_46\" aria-describedby=\"caption-attachment-46\" style=\"width: 213px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-46\" title=\"2006_henschel_ausstllg_plakat-500p\" src=\"https:\/\/kurt-henschel.prignitz-museum.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/2006_henschel_ausstllg_plakat-500p-213x300.jpg\" alt=\"2006-Plakat-Ausstellung-Kurt-Henschel-Prignitz-Museum-Havelberg\" width=\"213\" height=\"300\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46\" class=\"wp-caption-text\">2006 Plakat der Ausstellung &quot;Kurt Henschel Meine Klassiker&quot; im Havelberger Prignitz-Museum<\/figcaption><\/figure>\n<p>Havelberg wurde zum wichtigsten Thema seines k\u00fcnstlerischen Schaffens. Der Mikrokosmos von verwinkelten Strassen und Gassen mit manchen bizarren Geb\u00e4uden sowie verschachtelten Dachlandschaften fokussierten f\u00fcr ihn zu einer spannungsvollen Einheit von N\u00e4he und Ferne, von Authentizit\u00e4t und Verallgemeinerung, die Welthaltigkeit suggeriert, getreu seinem Credo, einen Apfel so zu malen, dass in ihm die ganze Welt enthalten sei.<\/p>\n<p>Waren es zun\u00e4chst realistische und \u201ewirklichkeitsnahe\u201c Ansichten mit einer individuellen und kraftvollen Handschrift, mit denen Henschel als Mitglied des \u201eVerbandes der Bildenden K\u00fcnstler der DDR\u201c die engen Grenzen des \u201eSozialistischen Realismus\u201c f\u00fcr sich auszuloten und zu erweitern trachtete, fand er mit den Jahren zu einer immer freieren und zunehmend expressiven Bildsprache.<\/p>\n<p>Damit einher ging die Verlagerung k\u00fcnstlerischer Mittel. Dem \u00d6lbild traten schwarz-wei\u00dfe oder farbige Tusch- und Kreidezeichnungen gleichberechtigt an die Seite. Dar\u00fcber hinaus experimentierte der K\u00fcnstler Henschel mit der Kombination verschiedener Techniken. Der universelle Vorrat an Ausdrucksmitteln erlaubte ihm ein freies und unmittelbares Umsetzen des \u00e4u\u00dferlich Gesehenen zu innerlich Geschautem durch Konzentration auf das Wesentliche. Dabei blieb sein Blick auf das Tun der Menschen stets warmherzig und von stiller Ironie. Das vermitteln selbst die Havelberg-Bilder der sp\u00e4ten achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. In d\u00fcster-kraftvollen Bl\u00e4ttern scheint sich Unheil \u00fcber der kleinen Stadt zusammenzubrauen. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, in der sich nichts mehr zu bewegen scheint. Manchmal dringen Fische, die alte Havelarme seit ewigen Zeiten bev\u00f6lkerten, in Stra\u00dfen und H\u00e4user ein oder ziehen als riesige drohende Ungeheuer \u00fcber den Himmel dahin. Der Zeichner und Maler wird zum Mahner, der mit Sorge seine Umwelt betrachtet, wie der Mensch auf den Lebensraum Wasser Einfluss nimmt.<\/p>\n<p>Kurt Henschel stand \u00fcber alle Jahre seines Lebens und Schaffens sowohl mit Studienkollegen wie mit zahlreichen wichtigen bildenden K\u00fcnstlern, Schriftstellern und Musikern in Berlin, Leipzig oder Halle und in anderen St\u00e4dten bis in die USA in enger Verbindung. Viele von ihnen stellte er in seiner bereits 1960 gegr\u00fcndeten \u201eGalerie im Kreuzgang\u201c des Havelberger Prignitz-Museums aus. Als Rentner besuchte er bis ins sp\u00e4te Alter zahlreiche europ\u00e4ische L\u00e4nder, Kunstmuseen und Galerien.<\/p>\n<p>Im umfangreichen Alterswerk Henschels \u00fcberwiegt seine wunderbare innere Heiterkeit, voll philosophischer Tiefe. Virtuos und spielerisch bewegt er sich in den Gesetzen der Bildgestaltung, die er nun als schier unendliche Freir\u00e4ume seiner Phantasie begreift, in denen alle Motive seines lebenslangen Schaffens, auf die elementarsten Formen bis zu fast hieroglyphenartigen Formeln reduziert. In imagin\u00e4ren R\u00e4umen scheinen der Dom, die Fische, K\u00e4hne und H\u00e4user, die Kannen und Leuchter, manchmal auch ein Maler mit Mappe und Stift zu schweben.<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr viele beeindruckende Bilder war f\u00fcr Henschel stets ein permanentes Naturstudium sowie handwerkliche Meisterschaft.<\/p>\n<figure id=\"attachment_49\" aria-describedby=\"caption-attachment-49\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-49\" title=\"Kurt-Henschel_Eroeffnung_Ausstellung_2006_Havelberg-Prignitz-Museum\" src=\"https:\/\/kurt-henschel.prignitz-museum.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Kurt-Henschel_Eroeffnung_Ausstellung_2006_Havelberg-Prignitz-Museum-300x225.jpg\" alt=\"Kurt-Henschel_Eroeffnung_Ausstellung_2006_Havelberg-Prignitz-Museum\" width=\"300\" height=\"225\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-49\" class=\"wp-caption-text\">21. Mai 2006 Der K\u00fcnstler, Maler und Grafiker Kurt Henschel im Gespr\u00e4ch mit G\u00e4sten bei der Ausstellungser\u00f6ffnung (Meine Klassiker) im Prignitz-Museum am Dom Havelberg<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Maler Kurt Henschel hat in mehr als einem halben Jahrhundert ein Werk geschaffen, das mit seiner Beseeltheit und seiner sinnlichen Ausstrahlung die Empfindungs- und Erlebnisf\u00e4higkeit des Betrachters unmittelbar erreicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"Aktuelles und empfehlenswerte Links\" href=\"https:\/\/kurt-henschel.prignitz-museum.de\/\">Sonderausstellung 2011 im Prignitz-Museum am Dom Havelberg<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Havelberger Kind &#8211; verwachsen mit Stadt und Landschaft * 27.05.1921 in Havelberg\u00a0 gest.24.06.2008 in Havelberg Das \u0152vre von Kurt Henschel, entstanden fernab der gro\u00dfen Kunstzentren, aber geistig mit ihnen stets verbunden, ist von nationaler Bedeutung und ist in die klassische Moderne und Avantgarde einzuordnen. 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